Die Sammlung Prinzhorn trauert um

Matthias Joachim Maaß (1958–2019)

Der stadtbekannte Heidelberger Künstler ist am 18. Mai verstorben. Matthias Maaß war ein origineller Zeichner und Maler, der vermutlich bekannteste Heidelberger Künstler mit Psychiatrieerfahrung. In verschiedenen Heidelberger Galerien werden seine Werke verkauft, zumeist kleinformatige mit Tusche gezeichnete und aquarellierte Porträts, die mit sperriger Strichführung innere Gefühlswelten widerspiegeln. Die Sammlung Prinzhorn besitzt rund 90 Werke von Maaß, darunter Zeichnungen, Tagebücher und auch ein 2,3 x 6 m großes Ölbild (ohne Titel, 1992). Letzteres ist auf Dauer in der Kopfklinik (Erdgeschoss, Ambulanz-Flurbereich der Radioonkologie) im Neuenheimer Feld ausge¬stellt. Im November 2018 hatten wir das Werk anlässlich des 60. Geburtstag des Künstlers gemeinsam mit ihm in der Kopfklinik öffentlich vorgestellt.

Matthias Maaß begann in den 80er Jahren professionell zu zeichnen und zu malen. 1985 erhielt er den ersten Preis der Künstlergruppe 79 e.V., Heidelberg. Nach zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellun¬gen wurde 1994 ein Katalog mit Radierungen von Maaß und dem Gedichtband „Chasse de Neige“ von Rainer René Mueller, Frankreich, veröffentlicht. Neben seinen ausdruckstarken Porträts in Tusche und Aquarell beeindrucken seine seriellen Arbeiten wie die „28.000 Todesopfer des Vendée-Aufstands 1793 in der Französischen Revolution“ oder die „43.800 Faschisten in Deutschland“. Wie bei den Zeichenserien legte Maaß bei diesen Bildern eine erstaunliche Ausdauer an den Tag, für die ein meditatives Erleben Voraussetzung sein dürfte. Matthias Maaß wird in der Heidelberger Kulturlandschaft fehlen.

Bilder:

Porträtfoto © art Transmitter

Matthias Maaß, „Erinnerung“, 2006, Feder in schwarzer Tusche, Wasserfarben, laviert auf Aquarellkarton, 29,7 x 20,9 cm, IN 8543/11 (2017) © Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg