Vorschau

 

Sonderausstellung

Grenzgänger zwischen Kunst und Psychiatrie

Werke der Sammlung Kraft

10. Dezember 2020 bis 24. April 2021

Flyer zur Ausstellung

Der Nervenarzt und Psychoanalytiker Hartmut Kraft (*1949) ist leidenschaftlicher Sammler. Von seiner Schulzeit an hat er Kunst nach 1945, insbesondere Multiples, afrikanische Artefakte, Darstellungen von Kopffüßlern und vieles andere erworben. Seit seiner Ausbildung am Landeskrankenhaus Bonn in den 1970er Jahren trug er zudem Bilder und Skulpturen von Psychiatrie-Erfahrenen zusammen. Teils erhielt er sie von den Urhebern geschenkt, teils erwarb er sie im Kunsthandel. Angeregt hatte ihn ursprünglich Hans Prinzhorns Buch Bildnerei der Geisteskranken (1922), das 1968 als Nachdruck erschienen war. Später wurde Krafts Sammlung der Ausgangspunkt für seinen eigenen Band Grenzgänger zwischen Kunst und Psychiatrie von 1986, der heute selbst schon ein klassisches Werk
über das Gebiet ist.

Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl von Krafts vielfältiger Spezialsammlung, anlässlich der Schenkung eines Teiles an unser Museum. Die Gabe bedeutet eine wertvolle Bereicherung der Sammlung Prinzhorn um Positionen aus den 1970er bis 1990er Jahren, darunter Arbeiten auf Papier von Gustav Mesmer (1903–1994), Augustin Wilhelm Schnietz (1933–1988) und Theodor Wagemann, genannt „Theo“ (1918–1998). Darüber hinaus zeigen wir Werke von Blalla W. Hallmann (1941–1997), Karl Junker (1850–1912) und Friedrich Schröder-Sonnenstern (1892–1982), die vorerst im Besitz des Arztes verbleiben.


Bild: Gustav Mesmer, ohne Titel, undatiert (ca. 1980), Aquarell und Tusche auf Papier © Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg


 

Sonderausstellung

WAHNSINNIG KOMISCH / FOLLEMENT DRÔLE – Humor in der Psychiatrie

Kooperation mit dem Musée d’Art et d’Histoire de l’Hôpital Sainte-Anne (MAHHSA) in Paris

13. Mai bis 29. August 2021

Psychiater haben immer wieder in Frage gestellt, dass Menschen in einer psychischen Krise in der Lage sind, Humor zu zeigen. Trotzdem gibt es in der historischen Sammlung Prinzhorn, Heidelberg, und der Sammlung des MAHHSA, Paris, humoristische, karikaturistische und groteske Werke. In ihnen äußern sich Auseinandersetzungen mit der Psychiatrie und gesellschaftlichen Obrigkeiten ebenso wie mit Alltagsbeobachtungen und grundlegenden menschlichen Bedürfnissen. Die Ausstellung bringt rund 120 prägnante Beispiele aus beiden Sammlungen zusammen und thematisiert dabei zugleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutschen und französischen Humors sowie eigensinnige Grenzüberschreitungen. Vor Heidelberg ist sie von 30. Oktober 2020 bis 31. März 2021 in Paris zu sehen.

 

In Kooperation mit

http://musee-mahhsa.com

 

Bild: Paul Goesch, "Drei Schweine", 1919, Gouachefarben über Bleistift auf Papier © Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg