Preziose der Woche

Hier stellen wir Ihnen jede Woche ein weiteres Werk unserer neuen Ausstellung „Ein mehrfacher Millionenwerth“ – Fragile Schätze der Sammlung Prinzhorn vor.


 

Schweißbilder von Millionenwert von Carl Lange (um 1900)

Die Zeichnung, von der wir den Titel unserer Ausstellung entlehnt haben, wurde von dem Kaufmann Carl Lange (1852–1916) um 1900 in der Anstalt Hubertusburg angefertigt. Ihre Überschrift lautet: «Ein mehrfacher Millionenwerth. Die photographisch nachweisbaren, ineinanderliegenden, ein fünfzehnjähriges Verbrechen enthüllenden Wunderbilder in der Schuheinlegesohle des Geopferten». Die aneinandergreihten Bilder in halbrunden Bildfeldern sind also Schuheinlegesohlen, die figurativen Bilder darin aber hat Lange in den Schweißflecken darauf gesehen. Offenbar wandelten sie sich; die Reihe der Bilder erscheint fast wie eine Folge von Filmstills. Weiter lesen...


 

Zwei frühe Zeichnungen Adolf Wölflis (1904 und 1905)

Die zwei großen Bleistiftzeichnungen aus den Jahren 1904 und 1905 sind Frühwerke des Patientenkünstler Adolf Wölfli (1865–1930). Er war von 1893 bis zu seinem Tod Patient der Anstalt Waldau bei Bern. Bekannt wurde er 1921 durch die Monografie seines Psychiaters Walter Morgenthaler „Ein Geisteskranker als Künstler“. Nachdem Jean Dubuffet Wölfli in der „Compagnie de l`art brut“ in Paris ausstellte und Harald Szeemann seine Zelle auf der documenta 5 nachbaute, gilt er heute als berühmtester „Klassiker“ der Art brut oder Outsider Art. Weiter lesen...

 


 

Das Collageband von Frau St. (um 1890)

Zu den ungewöhnlichsten Stücken der Sammlung Prinzhorn gehört ein 260 cm langes Collageband. Von seiner Schöpferin „Frau St.“ sind weder Lebensdaten noch biographische Details bekannt. Vermutlich gehörte sie der vermögenden Oberschicht an, denn sie war Patientin der privaten “Heilanstalt für Nerven- und Gemütskranke” in Wien-Oberdöbling. Der Leiter der Klinik schickte ihr Werk 1920 Hans Prinzhorn für die Heidelberger Sammlung mit der Angabe "Frau St., Dementia präcox?" zu. Weiter lesen...


 

Kurzfilm zur Ausstellung „Ein mehrfacher Millionenwerth“

In dem Film zur neuen Ausstellung „Ein mehrfacher Millionenwerth“ – Fragile Schätze der Sammlung Prinzhorn stellt der Leiter der Sammlung Prinzhorn PD Dr. Thomas Röske alle Werke unserer digitalen Reihe „Preziose der Woche“ kurz vor.

 

 



Das Buch Franz Klebers

Texte in der Sammlung Prinzhorn
Ein großer Teil der in der Sammlung Prinzhorn verwahrten Werke enthält Text, entweder allein oder im Zusammenhang mit bildlichen Darstellungen. Letzteres wurde von Psychiatern wiederholt als Merkmal von Patientenkunst bezeichnet. Doch ist Kombination von Text und Bild sicherlich daraus zu erklären, dass die Autoren, zumeist künstlerische Laien, bei der Darstellung ihrer Anliegen weder dem einen noch dem anderen Medium allein vertrauten.

Franz Kleber (1843–1908)
In unserer neuen Ausstellung „Ein mehrfacher Millionenwerth“ sind xy Hefte ausgestellt. Unter diesen sticht das selbstgefertigte Buch von Franz Kleber hervor, an dem der Regensburger Anstaltsinsasse neun Jahre lang, von 1898 bis zu seinem Tod, in mühseliger Detailarbeit gearbeitet hat. Weiter lesen...


 

Geldscheine von Else Blankenhorn

Die beidseitig bemalten Aquarelle mit hohen Ziffern in unserer Ausstellung sind Geldscheine einer ganz individuellen Währung. Sie wurden von Else Blankenhorn, einer wohlhabenden Privatpatientin des Sanatoriums Bellevue in Kreuzlingen am Bodensee geschaffen. Weiter lesen...


 

Jane Grier («Miss G.»), ein besticktes Taschentuch von 1892

Eine weitere textile Ikone unserer Sammlung ist das Taschentuch von Jane Grier. Das Herrentaschentuch ist über und über mit Garnen bestickt. In allen vier Ecken sind Wortstickereien angebracht:
„Dresden.– Vergiß mein nicht – Dr.W.“
„Forget me not – G.”
“Herr Dr. Willführ – from Miss Grier”

In der Nähe eines mit einem dicken roten Fadenbündel geformten Herzens lässt sich zusätzlich eine Datierung entziffern: „Souvenir tears –Nov 16 1892.

Das Taschentuch gehört zu den ersten Werken, die in unsere Sammlung kamen. Seit 1980 wurde es immer wieder ausgestellt, u.a. in Basel, London, Charleroi, Paris, Wien. Weiter lesen...

 


Vexierbild Hexenkopf/Landschaft, (zwischen 1913-1917) von August Natterer

Diese Woche stellen wir Ihnen als weiteres Highlight unserer Sammlung das Vexierbild Hexenkopf/ Landschaft von August Natterer vor. Auf transparentem Papier ist eine Landschaft dargestellt, die gleichzeitig auch als Porträt einer Hexe gelesen werden kann. Ein großer See bildet das Gesicht der Hexe, ein Steg setzt wie ein Band das Gesicht vom Hals ab und eine Allee wird zur Krempe ihrer Haube. Trotz Kopfbedeckung sind auf dem Haupt die Schädelnähte des bloßen Knochens zu sehen – so wird die Hexe zu einer unheimlichen Gestalt zwischen Tod und Leben. Weiter lesen...


Das Jäckchen (1895) von Agnes Richter

 

Liebe Freund*innen unseres Museums,

schön, dass Sie hier sind und auf unserer Seite mitlesen. Heute startet unsere Reihe „Preziose der Woche“, in der wir Ihnen jeweils ein Werk unserer neuen Ausstellung „Ein mehrfacher Millionenwerth“ – Fragile Schätze der Sammlung Prinzhorn vorstellen. Wir beginnen mit einer der Ikonen unserer Sammlung – dem Jäckchen von Agnes Richter (1844–1918). Das mit der Hand aus grobem Leinen genähte Kleidungsstück von 1895 ist über und über mit einem Text aus farbigem Garn bestickt – sowohl auf der Innen- als auch auf der Außenseite. Für unsere Ausstellung haben wir eine neue Büste für das Jäckchen anfertigen lassen, es erwartet Sie im Zentrum der Ausstellung. Weiter lesen...