UniversitätsKlinikum Heidelberg

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15. Mai bis 17. August Ausstellung

Egodokumente des Wahnsinns - Blalla W. Hallmann und Künstler der Sammlung Prinzhorn

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Die Ausstellung zeigt in repräsentativer Auswahl die Lebensrückschau Blalla –Curriculum vitae Wolfgang Ewald Hallmann (1995). Sie ist zwei Jahre vor dem Tod des Künstlers Hallmann, genannt Blalla (1941-1997), als Linolschnitt-Folge entstanden. In Bildern und kommentierenden Texten resümiert Blalla seine persönlichen und künstlerischen Lebensstationen. Mit erstaunlicher Offenheit gewährt er uns Einblicke in seine Kindheit und Jugend, berichtet vom Ausbruch seiner Psychose und den darauffolgenden Selbsttötungsversuchen. Das Album seines Lebens erzählt von seinen Abstürzen und Existenznöten, von seinen künstlerischen Erfolgen, von Freundschaften, Liebes- und Sexaffären. Blallas Lebensschilderung wirkt ironisch und trotz durchlebter Leidenszeiten erstaunlich undramatisch. Doch ist der Tod ein ständiger Begleiter. Als Motiv taucht er auch in seinen Gemälden auf, die ebenfalls in Auswahl gezeigt werden.
Blallas Lebensreportage wird durch Egodokumente aus der Sammlung Prinzhorn ergänzt: Selbstverfasste oder illustrierte Lebensläufe, Selbstporträts, Innenansichten, persönliche Berichte und Szenen aus dem Leben künden vom subjektiven, selbstvergewissernden Blick historischer Anstaltsinsassen auf ihre Person und ihr Schicksal. Es sind Versuche der Ordnung, der neuerlichen Aneignung eines außer Kontrolle geratenen Selbst.

Von links nach rechts:

Bild 1-2: Blalla W. Hallmann, Curriculum vitae, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Bild 3: Blalla W. Hallmann, Gipskopf mit Mütze, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Bild 4: Franz Karl Bühler, ohne Titel [Selbstporträt], dat. 1918 Inv. Nr. 2987, © Sammlung Prinzhorn

Bild 5: Maria Puth, Ria Puth, wie die Antstalt sie haben möchte, sie aber scala Dei (sc. leider Gottes) nie wird, 1919, Inv. Nr. 2544, © Sammlung Prinzhorn