UniversitätsKlinikum Heidelberg

Jahresvorschau 2014

15. Mai bis 17. August Ausstellung

Egodokumente des Wahnsinns - Blalla W. Hallmann und Künstler der Sammlung Prinzhorn

Die Ausstellung zeigt in repräsentativer Auswahl die Lebensrückschau Blalla –Curriculum vitae Wolfgang Ewald Hallmann (1995). Sie ist zwei Jahre vor dem Tod des Künstlers Hallmann, genannt Blalla (1941-1997), als Linolschnitt-Folge entstanden. In Bildern und kommentierenden Texten resümiert Blalla seine persönlichen und künstlerischen Lebensstationen. Mit erstaunlicher Offenheit gewährt er uns Einblicke in seine Kindheit und Jugend, berichtet vom Ausbruch seiner Psychose und den darauffolgenden Selbsttötungsversuchen. Das Album seines Lebens erzählt von seinen Abstürzen und Existenznöten, von seinen künstlerischen Erfolgen, von Freundschaften, Liebes- und Sexaffären. Blallas Lebensschilderung wirkt ironisch und trotz durchlebter Leidenszeiten erstaunlich undramatisch. Doch ist der Tod ein ständiger Begleiter. Als Motiv taucht er auch in seinen Gemälden auf, die ebenfalls in Auswahl gezeigt werden.
Blallas Lebensreportage wird durch Egodokumente aus der Sammlung Prinzhorn ergänzt: Selbstverfasste oder illustrierte Lebensläufe, Selbstporträts, Innenansichten, persönliche Berichte und Szenen aus dem Leben künden vom subjektiven, selbstvergewissernden Blick historischer Anstaltsinsassen auf ihre Person und ihr Schicksal. Es sind Versuche der Ordnung, der neuerlichen Aneignung eines außer Kontrolle geratenen Selbst.

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2. Oktober 2014 bis 2. Februar 2015 Ausstellung

Uniform und Eigensinn. Militarismus, Weltkrieg und Kunst in der Psychiatrie

100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs wagt die Sammlung eine ganz andere Sicht auf diese „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Eine Vielzahl von Bildwerken, die Insassen von psychiatrischen Anstalten im Kaiserreich geschaffen haben, reagiert auf den Militarismus der damaligen Gesellschaft oder – fern ab der Front – auf den Krieg selbst. Sie bündeln und konzentrieren diese Stimmungen und Themen wie in einem Brennglas oder verzerren sie zur Kenntlichkeit. Diese Tatsache ist bislang wenig bekannt und gänzlich unerforscht. Die Ausstellung wird durch ein von der Volkswagenstiftung gefördertes Kooperationsprojekt der Sammlung Prinzhorn mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg und dem Militärhistorischen Museum Dresden vorbereitet. Die Ergebnisse werden in einem Ausstellungskatalog und einem Aufsatzband publiziert.



Während der Umbauphasen zwischen den Ausstellungen bleibt das Museum geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.