Vorschau

Im Rahmen der Biennale für aktuelle Fotografie

Wer bist du? Das bist du!
Was verraten Portraits (nicht) über die Portraitierten?

09.09.-05.11.2017

Die Eröffnung der Biennale für aktuelle Fotografie findet am Freitag, 8. September, um 19 Uhr im Port 25 - Raum für Gegenwartskunst in Mannheim statt. Die Sammlung bleibt an diesem Abend noch geschlossen und öffnet regulär am 9. September, um 11 Uhr.   

Als technisches Medium scheint die Fotografie geeignet zu sein, ein analytisches und objektives Bild des Portraitierten zu erzeugen und wurde in der Psychiatrie ebenso genutzt wie in der Kriminalistik, Anthropologie und Ethnographie, um Menschen zu registrieren und in Typen einzuteilen. Bis heute ist die fotografische bzw. auf Fotografie basierende Aufzeichnung Mittel Personen zu identifizieren. Wie genau oder ungenau ist aber eine Fotografie in ihrer Abbildung? Wie kann diese Unschärfe in der Deutung von Fotografen oder Fotografierten genutzt werden? Diese Fragen richtet die Ausstellung genauso an Porträts aus psychiatrischen Patientenakten wie an künstlerische Porträts des 20. und 21. Jahrhunderts.


Kabinettausstellung

Jakob Mohr, ein Opfer von fluoritelektrischen negativen Gedankenwellen

09.09.-05.11.2017

Unsere monografische Kabinettausstellung stellt den Mannheimer Gärtner Jakob Mohr (1884- ?) vor, der seit 1905 mehrfach in der Psychiatrie war. Er glaubte durch Wellen beeinflusst zu sein, die ein Aggressor aus einer Maschine auf ihn lenkte. Deshalb fertigte er sich einen Mantel aus Stanniolpapier. Wie er auf einer Gerichtsszene detailliert darstellt, machte er die Wellen auch für einen Meineid verantwortlich. Diese Zeichnung hat die Prager Künstlerin Eva Kot'átková (*1982) zum Ausgangspunkt ihrer Performance „The Judicial Murder of Jakob Mohr“ (2016) gemacht. Der dabei entstandene Film ist neben weiteren Blättern von Mohr in der Ausstellung zu sehen.


Team’s choice: neu erworben, neu entdeckt

14.12.2017-15.4.2018

Eröffnung: 13.12.2017, 19 Uhr

Alle Mitglieder des Museumsteams stellen in dieser Präsentation Neuzugänge oder noch nie gezeigte Werke der Sammlung Prinzhorn vor, die ihnen besonders am Herzen liegen. Diese subjektive, heterogene Auswahl bietet nicht nur Gelegenheit, außergewöhnliche Exponate der Sammlung zu entdecken, sondern ermöglicht den Besuchern den Blick hinter die Kulissen, auf interne Arbeitsabläufe und spezifische Herausforderungen unseres Museums.


Unruhe und Architektur

17. 05.–26.08.2018

Eröffnung: 16.05.2018, 19 Uhr

In der berühmten historischen Sammlung mit Werken von Anstaltspatienten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum der Zeit zwischen 1840 und 1920 finden sich über zweihundert Zeichnungen mit Bau-Motiven. Wie alle anderen Werke dieser Zeit sind auch sie allein aus eigenem Antrieb, ohne Anleitung und außerhalb von therapeutischen Kontexten entstanden. Zum geringsten Teil stammen sie von Architekten oder anderen Fachleuten. Die Ausstellung wird ein ganz eigenes Panorama von Architekturfantasien aufmachen, in denen sich die besonderen Innenwelten dieser Menschen mit psychischen Ausnahme-Erfahrungen ebenso spiegeln wie die gesellschaftlichen Verhältnisse, unter denen sie –ausgegrenzt in Anstalten – lebten.